Immobilienpreise versus Zinsanstieg

In den letzten Jahren kannten Kaufpreise für Immobilien nur einen Weg: den nach oben. Die Begründung dafür ist recht einfach, denn die Preise für Immobilien werden – wie die Preise für alle Waren – durch das Verhältnis von Angebot und Nachfrage bestimmt.

Wie oft eine Immobilie (der Name sagt es ja eigentlich schon) mit den wesentlichen Faktoren Lage und Ausstattung existiert, ist ganz klar: ein Mal.
In den letzten Jahren erlebten wir ein derartiges Zinstief, das dazu führte, dass auch Familien, die vor Jahren finanziell nicht in der Lage gewesen wären, eine Baufinanzierung abzuschließen, nunmehr zu potentiellen Immobilienkäufern machte. Kurzum heißt das, der Markt auf der Nachfrageseite wuchs. Mehr Nachfrage als Angebot führt dazu, dass Kaufpreise steigen.

Preisentwicklung der letzten Jahre

Zinswende: Was passiert mit den Immobilienpreisen?

Christian Sporbert ist Sachverständiger, ImmoMediator der Sprengnetter-Akademie (1.0),  Mitglied im Prüfungsausschuss der IHK Halle-Dessau, Top-Referent der Maklersprechstunde und des Immobilien-Profi-Magazins sowie 6-maliger Best Property Agent, 2-maliger Gewinner des Immobilien-Dienstleister-Awards und laut FOCUS-Magazin 3-maliger Top-Makler Deutschlands.

Christian Sporbert zur Zinserhöhung

Dass dieses Verhältnis nicht von ewiger Dauer sein wird, berichteten wir nicht nur in diversen Artikeln in Fachzeitschriften, sondern erwähnten wir natürlich auch immer wieder bei den zahlreichen Hausbesichtigungen, die wir wöchentlich durchführen.

Nach vielen verrückten Ereignissen auf der Weltkugel innerhalb weniger Jahre hat die Europäische Zentralbank nunmehr den Leitzins erhöht. Ob zu spät oder gar zu früh? Darüber kann man natürlich diskutieren – wie auch immer, sollte klar sein, dass die Erhöhung des Basis-Zins‘ dazu führt, dass viele Immobilienfinanzierungen derart schlichtweg nicht mehr darstellbar sind.

Verfolgt man manch medialen Bericht und spricht man mit einigen Kaufinteressenten, könnte man denken, diese Zinserhöhung käme überraschend. Andererseits muss man festhalten:

Nach wie vor befinden wir uns in einem historischen Zinstief. Die Zinsen für Immobilienkredite waren noch nie so lange so günstig! Bei steigenden Löhnen und Gehältern heißt das, dass noch nie so wenig Einkommen für einen Immobilienkredit aufgewendet werden musste.

Weitere Zinsanpassungen werden voraussichtlich im Herbst 2022 folgen. Natürlich verschiebt sich hierdurch die Nachfragesituation bei bestimmten Immobilien. Weniger potentiell kreditwürdige Kaufinteressenten bedeutet weniger Nachfrage. Weniger Nachfrage bedeutet geringerer Kaufpreis. Wir haben jedoch das Gefühl, dass Eigentümern das Problem durchaus bewusst ist. Reagierten diese vor einigen Monaten noch zurückhaltend, wenn man realistische Angebotspreise festlegte und hofften auf eine Preissteigerung durch etwaige Gebotsphasen auf Grund der hohen Nachfrage, verstehen diese nun schnell, dass alle Marktteilnehmer so langsam wieder in der Realität angekommen sind.

Weiterhin ist jedoch natürlich die Lage der Immobilie der wichtigste Faktor für die Masse und auch Qualität an Nachfrage. Dabei spielt der Fakt, ob Groß-/Kleinstadt oder Dorf jedoch – vielleicht auch durch Home-Office-Möglichkeiten seit Corona – eine eher untergeordnete Rolle.

Wir erwarten, dass in den nächsten Monaten und Jahren eine professionelle Expertise bei der Vermarktung einer Immobilie wieder eine tragende Bedeutung einnehmen wird. Einige Marktteilnehmer wird es damit sicherlich vom Immobilien-Markt spülen, das ist aber auch okay und gesund so.

Unter www.grundstücksmarktbericht.de konnten wir den ersten Marktbericht für die Region Halle (Saale) veröffentlichen. Außerdem finden Sie alle Informationen und den vollständigen Bericht mit über 30 Seiten völlig kostenlos zum Download im Blog-Beitrag „Grundstücksmarktbericht“.

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